Die Resonanz

Die Resonanz

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Die Resonanz – ein Konzertsaal für München,
im Auftrag der CAMPO Projektentwicklungsgesellschaft, in Zusammenarbeit mit Jürke Architekten, München, 2015, Projektinitiative

Das Areal der Paketposthalle eignet sich hervorragend, eine neue Musikstadt für München zu bauen. Immer noch schnell von der Innenstadt zu erreichen, bietet es das Potential, einen kulturellen Nukleus in einem neu entwickelten Stadtteil zu bilden: Ein Äquivalent der Musik zum Kunstquartier der Pinakotheken.
Die zukünftige Musikstadt ist ein lebendiges Areal mit vielfältigen Funktionen. Mit mehreren Konzertsälen unterschiedlicher Größen und den dazu gehörenden Proben-, Schulungs- und Lagerräumen entsteht ein Anziehungspunkt weit über die Stadtgrenzen hinaus.
Das Areal bietet zusätzlich ausreichenden Platz für ein neues Zentrum der Musikhochschule mit Übungs- und Lehrräumen, Übungssälen und für die Verwaltung.
In der Halle selbst besteht zusätzlich Platz für unterschiedliche Formen der Gastronomie und für andere kommerzielle Nutzungen wie Läden.
Die umgebende Bebauung öffnet sich zum Konzertsaal hin. Ein neuer Stadtplatz entsteht mit Wasser- und Freiflächen. Vieles ist denkbar: Dieser Platz läd im Sommer zum Verweilen im Freien ein und bietet Raum für Open Air Konzerte. Im Winter kann darauf Schlittschuh gefahren werden oder ein Weihnachtskonzert stattfinden.
Die von uns angedachte Konstruktion des Innen und Außen der Halle lässt eine herrliche Freiluftbühne entstehen. Der Bühnencharakter des Konzertsaalkomplexes integriert die Halle in den Platz und bindet auch die gegenüberliegende Bebauung ein. Während man also aus den Gebäuden auf die Halle schauend in eine große Bühne blickt, befindet man sich aus der Halle blickend auf der Bühne.
An der Südseite der „Resonanz“ verläuft der grüne Fahrradweg. Sie wird Station auf der Achse Hauptbahnhof – Pasing.
Der Größenvergleich zeigt, dass das neu zu beplanende Areal genauso groß ist wie das Areal der Residenz und der Oper. Selbst Münchens Altstadt im ersten Mauerring hätte auf dieser Fläche Platz. Das soll zeigen, dass hier ein Areal umgestaltet wird, das groß genug ist, seinen eigenen städtischen Charakter mit einer lebendigen Nutzungsmischung zu erschaffen: mit der umliegenden Neubebauung wird diese Fläche durch die Musikstadt zu einem pulsierenden Mittelpunkt.
München hat alleine sechzehn Orchester, die Spielraum suchen und brauchen. Private Konzertanbieter veranstalten 365 Tage im Jahr Konzerte. Die Musikstadt wird so in ihrem Kernbereich – klassische und zeitgenössische Musik rund um die Uhr bespielt werden und Anziehungspunkt für Musiker und Publikum sein.
In anderen Städten wurden ähnlich industriell geprägte Areale hervorragend konvertiert, wie z.b die Hafencity in Hamburg, die nun mit ihrer avangardistischen Architektur und eigener lebendiger Nutzungsvielfalt wahrhaftig „Stadt“ geworden ist.
Architektur hat die Musikstadt auch zu bieten: Schließlich bleibt ein denkwürdiges Bauwerk durch die prominente Nutzung mit (klassischer und zeitgenössischer) Musik erhalten – eine Musikwelt verschiedenster Nutzung, die durch das spektakuläre Gewölbe eine ästhetische Überhöhung erhält, die somit auch visuell auf globalem Niveau mitspielen lässt.
Wenn sich das Abendrot in der Hauptfront der Halle spiegelt, hält auch jetzt manch Einer in seinem Lauf inne. Er wird sich freuen, wenn hier in Zukunft ein Kulturort entsteht, der zu betreten und mit allen Sinnen zu genießen ist.
Mit dieser Musikstadt gelingt in München eine zeitliche Grenzüberschreitung, die Werke der Vergangenheit einbezieht, neu interpretiert und die Gegenwart für eine neue freie Zukunft öffnet.
Das ist eine einmalige Chance.

Projekt: Konzeptionelle und gestalterische Begleitung Architektur & Städtebau 2015